reflections

Abi 2010 - mein Rückblick Teil 3

Party, Pub und die Quittung dafür: Abinacht und Abigag

Der Abigag war zunächst DAS Datum schlechthin, dem wir entgegenfieberten. Die Mottwoche war eine tolle Abwechslung zum Lernen, zumindest für die, die zu dem Zeitpunkt hoffentlich schon angefangen hatten, zu lernen. Im Unterricht lief ja ohnehin nicht mehr viel bis gar nichts. Viele Lehrer hatten die Noten verteilt und sinngemäß oder in einigen Fällen auch wörtlich gesagt: "Verpisst euch!"

Die Abinacht war ziemlich gelungen, muss ich sagen. Selbst ich Tanzmuffel tobte mich auf der Tanzfläche aus, die Ausfälle in Richtung Alkohol hielten sich in Grenzen. Letztendlich war es doch zu vorangeschrittener Zeit das warme Bett, das mich lockte. So verließ ich den Ort des Geschehens, um die verbleibenden drei Stunden noch eine Mütze Schlaf zu kriegen.

Der Tag des Abigags war trüb und ziemlich kühl. Aus Eitelkeit zog ich nur mein Abishirt an und eine leichte Fleecejacke drüber. Ein großer Fehler, wie sich später herausstellen sollte!

Die Wasserschlacht, die sich die Abiturienten für gewöhnlich jedes Jahr vor den Toren der Schule mit der Unter- und Mittelstufe lieferte, blieb aufgrund des Wetters weitesgehend aus. Die Show selber fand auf dem Vorplatz des Haupteingangs statt. Dabei war ein paar Meter neben der Bühne ein Rodeogerät aufgebaut worden, wie man es noch aus dem Tigerentenclub kennt. Die Leute (in erster Linie Lehrer), die bei den Minispielen verloren, durften darauf Platz nehmen und sich unter großem Gelächter wieder abwerfen lassen. Einige schlugen sich ziemlich wacker, andere hingen darauf wie die schlaffen Säcke.

Ich glaube nicht, dass viele mit dem kalten Wetter gerechnet hatten. Immerhin verzog sich eine beachtliche Zahl von Abiturienten, die zuvor auf der Brüstung gestanden oder neben der Bühne gesessen hatten, in die Bibliothek. Hier konnte man bei behaglicher Wärme wenn auch ohne Ton das Geschehen genauso gut verfolgen.

Als der ganze Spuk vorbei war, konnte ich meine Füße nicht mehr spüren, obwohl ich die letzte Dreiviertelstunde in der Bibi gehockt hatte. Außerdem hatte ich Hunger. Wir beschlossen also einstimmig, nach dem Spektakel noch mit vier Mann zu McDonald's zu fahren. Dort fiel mir fast mein Kopf in meinen BigMac, so müde war ich. Der Kaffee, den ich mir dazu bestellt hatte, verhinderte bloß, dass ich auf dem Heimweg nicht vom Fahrrad kippte.

Nach etwa vier Stunden Schlaf am Nachmittag war ich gewappnet für den krönenden Abschluss des Tages: das gemeinsame Beisammensein in unserem neuen Lieblingspub in Köln.

Etwas schlauer als noch am Vormittag, zog ich viele Schichten übereinander an, denn der Fußmarsch vom Hauptbahnhof zum Pub zog sich ziemlich. Dafür war es drinnen kuschelig warm. Zunächst hatte es den Anschein, als blieben wir die einzigen Gäste. Wir setzten uns in ein gemütliches Eckchen und bestellten erst mal Cider und was ordentliches zu Essen. Kaum wurde kredenzt, füllte sich der Schankraum in Windeseile. Wir konnten nur staunen, als der Raum keine Stunde später proppenvoll war. Es gab sogar eine Karaokeshow, zu der einige Spaßvögel mich bewegen wollten, aber für Verrücktheiten dieser Art war ich nicht mehr in Stimmung. Ich hatte in der Abinacht mit meinem unkoordinierten Zucken schon für genug Gelächter gesorgt.

Der Abend ging gebührend zu Ende und am nächsten Morgen war ich gar nicht so groggy, wie ich dachte. Ich konnte mich getrost auf den letzten Schliff der Abivorbereitung stürzen. Was mich jedoch ziemlich unvermittelt traf, war, dass ich am Sonntag mit einer üblen Erkältung erwachte, und das drei Tage vor der ersten Klausur! Aber das ist eine andere Geschichte ... 

21.9.10 11:14

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen


Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung