reflections

Unionspolitiker fordern Intelligenztests für Einwanderer

"Wir müssen bei der Zuwanderung Kriterien festlegen, die unserm Staat wirklich nützen. Maßstab muss außer einer guten Berufsausbildung und fachlichen Qualifikation auch die Intelligenz sein. Ich bin für Intelligenztests bei Einwanderern." (Peter Trapp, CDU; Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,703196,00.html)

Okay, ich habe mir eigentlich vorgenommen, in meinem Blog nicht politisch zu werden, aber dieses Thema lässt mich seit heute morgen, als ich das im Radio gehört habe, nicht mehr los.

Hm, auf den ersten Blick erscheint die Forderung plausibel: Einwanderer sollten eine gute Bildung haben, die deutsche Sprache beherrschen und intelligent sein. Sicher, Leute, die hier leben wollen, müssen schließlich auch etwas leisten. 

Aber stellt sich da nicht zunächst die Frage, wie es mit uns aussieht? Kann die Mehrheit der Deutschen überhaupt richtig deutsch? Und wie sieht es mit unserer Allgemeinbildung aus? Ich würde mal behaupten, dass ein Großteil der deutschen Bürger, die sich spaßeshalber mal so einem Einbürgerungstest unterziehen, diesen nicht bestehen würden und ich wage zu bezweifeln, dass es um unsere Intelligenz nicht besser bestellt ist. Wer posaunt denn die ganze Zeit herum, dass unsere Jugend immer dümmer wird?! Und überhaupt, was passiert denn mit den Leuten, die die Intelligenztests nicht bestehen? Die dürfen dann wahrscheinlich nicht ins Land. Müsste man dann nicht fairerweise sagen, dass alle dummen Deutschen des Landes verwiesen werden sollten?

Intelligenz ist im Gegensatz zum Beherrschen einer Sprache und Wissen, das man sich angeeignet hat, kaum von einem selbst zu beeinflussen. Klar kann man seine kleinen grauen Zellen mit Dr. Kawashima und co in Form halten, aber mit der Intelligenz verhält es sich wie mit Talenten: Entweder man hat oder man hat nicht. Man kann Mathe oder Klavier spielen oder man kann es nicht (ne, An-Nam?). Dann sollte man doch eigentlich auch gleich alle Menschen unter 1,60m rauswerfen (ich frage mich, wo ich dann hinziehe) oder alle Sehbehinderten des Landes verweisen!

Mal ehrlich, ich hoffe einfach mal, dass dieser Vorschlag abgelehnt wird, denn wenn man das mal etwas übertrieben weiterspinnt, dann sind wir nicht weit von 1945. Okay, das ist jetzt was krass ausgedrückt, aber zumindest sollte man mal darüber nachdenken, ob wir nicht erst einmal alle selber Deutsch lernen und unsere Bildung auf Trab bringen, bevor wir anderen unfaire Bedingungen auferlegen...

28.6.10 12:06

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


birdy / Website (2.7.10 13:13)
Das geniale daran ist ja, dass Kanada als Beispiel genannt wurde, weil dort Einwanderer einen "intelligence test" über sich ergehen lassen müssen. Bei genauerem Hinsehen stellt man aber fest, dass es sich dabei um eine Überprüfung handelt, ob der kanadische Staatsschutz irgendwelche Informationen über etwaiges terroristisches Verhalten hat...


Im übrigen freue ich mich, dass Kant nicht als verkanntes Genie enden musste!

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