reflections

Abi 2010 - mein Rückblick Teil 1

Wie alles begann: Panik und Blättersalat

So, nach all der Aufregung habe ich das Bedürfnis, nochmal rückblickend zu schreiben, was so in den letzten Wochen und Monaten passiert ist. Dass ich das erst jetzt, zwei Tage nach meinem Abiball mache, hat zwei Gründe: Erstens hatte ich während der heißen Phase keine Zeit, Tagebuch zu führen, zweitens ist man hinterher ohnehin schlauer.

Der Abistress begann eigentlich damit, dass wir an Silvester mit ein paar Leutchen gemütlich zusammensaßen und Raclette machten. Klingt paradox, aber nach einer Weile kamen wir auch auf die bevorstehende Abivorbereitung zu sprechen. Zu meinem Schrecken berichteten einige doch tatsächlich, dass sie schon zu Beginn der Weihnachtsferien angefangen hatten, sich die ganzen Fakten, die sie als relevant betrachteten, zusammenzuschreiben.

Ich zuckte innerlich zusammen. Alles, was ich bisher getan hatte, war es, gelegentlich über mein Abitur nachzudenken. Vor allem darüber, ob es eine kluge Idee ist, Mathe statt Bio ins Abi zu nehmen. Immerhin hatte ich in Mathe von 1-6 alle Noten irgendwann schon einmal gehabt und war meistens im Durchschnitt auf eine wackelige 4 gekommen. Zwar war ich dann irgendwann auch dank hervorragender Nachhilfe auf eine ganz ordentliche 3 gekommen, aber Mathe war grundsätzlich gemein zu mir. Als ich damit anfing, Nachhilfe zu nehmen, sagte mir meine Lehrerin, dass sie mir durchaus eine zwei zutraut. Ich musste innerlich breit grinsen und dachte: "Arme Irre!" Immerhin, es heißt ja, dass es nur zwei Sorten Menschen gibt: Diejenigen, die Mathe können, und diejenigen, die es halt eben nicht können. Und ich zähle eindeutig zur zweiten Sorte. Aber ich hatte mich ja schon entschieden und zurück konnte ich in dieser Hinsicht nicht mehr.

Die Reaktion war also die, dass ich mir ein paar Tage später einen hübschen neuen Ordner kaufte, in den das Wichtigste fürs Abi reinpassen sollte. Überdies besorgte ich mir ein paar weniger hübsche Ordner, in denen ich alle in der 12 und 13 gesammelten Blätter unterbringen wollte. Was das für eine Arbeit war, wurde mir erst zu dem Zeitpunkt bewusst, als ich meinen Fußboden nicht mehr sehen konnte, vor lauter wild durcheinander gewirbelter Blätter, die wirklich überall verteilt lagen. "Ordnung ist das halbe Leben", hatte meine Mutter immer gepredigt. Natürlich hatte ich nie darauf gehört, bis ich stutzig wurde, als jemand aus dem Jahrgang vor uns das mal sagte. "Ohne Ordnung und Organisation kannst du das vergessen!"

Also machte ich mich erst mal daran, die Blätter nach Fächern zu sortieren. Die Grundkurse waren schnell zusammen, bei den Leistungskursen hatte ich so mein Kratzen. Noch heute glaube ich fest daran, dass mein Englischlehrer für mindestens hundert Hektar abgeholzten Regenwald verantwortlich ist. Pro Halbjahr. Ich hatte oft den Eindruck, dass Kopieren ihm Freude bereitet, weil er manche Sachen doppelt und dreifach kopiert. Aber im Nachhinein glaube ich, er ist einfach nur vergesslich. Spanisch, mein erster LK (eine Wahl, die ich bis heute nicht verstehe), passte problemlos in den dafür vorgesehenen Ordner, die Kopien aus dem Englischunterricht (zweiter LK) allerdings sprengten das Schließsystem des Ordners. Die beiden GKs, die ins Abi mitsollten (Mathe schriftlich und Philo mündlich, auch eine komische Auswahl), passten zusammen in einen Ordner, ein weiterer Ordner für die restlichen GKs erledigte den Rest. Die ganze Sortiererei dauerte geschätzte zwei Tage, in denen ich nicht bloß einmal auf dem Papier ausgerutscht (jawohl, ausgerutscht!) und auf Heftklammern getreten bin.

Vor Kurzem haben einige meiner lieben Freunde im Garten ein großes Feuerchen gemacht und ihre ganzen Abi- und Schulsachen verbrannt. Auch eine Lösung, aber ich habe mir doch die ganze Arbeit nicht für Brennmaterial gemacht. Ich werde meine gesammelten "Schätze" an die nächste Generation weitergeben. Vielleicht sollte ich ja Geld nehmen - eine recht gute Einnahmequelle!

27.6.10 13:35

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


An-Nam / Website (28.6.10 00:18)
Hi Eva!
Ich wusste, dass es sich lohnt nach dem Abiball mal wieder in diesen Blog hineinzuschauen^^


An-Nam / Website (28.6.10 00:30)
"[...]es nur zwei Sorten Menschen gibt: Diejenigen, die Mathe können, und diejenigen, die es halt eben nicht können."

Ich kenne einen ähnlichen Spruch:
"Es gibt nur drei Sorten von Pianisten: jüdische, homosexuelle und schlechte." (Zitat: Vladimir Horowitz).

Ja...Sachen verbrennen ist so eine Sache.
Ich habe meine Sachen nicht verbrannt sondern einfach weggeschmissen. Nur meine alten Lateinklausuren hab ich behalten um mir selbst zu zeigen, dass ich alles erreichen kann wenn ich es will.
(Hintergrund: Ich stand bei dem Rümmler immer so 5-6. Also hab ich mich in der 11. Klasse richtig angestrengt um diese tote Sprache in mein Hirn hineinzubekommen. Tja...ich hab mein Latinum mit eine 4 bekommen^^).
Seitdem weiß ich, dass nichts unerreichbar ist.

Vielleicht hast du ja ähnliche Sachen in Mathe oder sonstwo erlebt. Deswegen lohnt es sich gerade bei diesen Fällen besonders, wenn man die Klausuren oder Hefte als gute Erinnerung und Motivation behält.

Na dann...wir werden uns sicherlich bald wieder treffen^^

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